Public Relations Officer, Universität zu Köln

“Ich bin nicht Experte für Protein XY,
sondern habe das große Ganze im Blick.” 

– Peter Kohl, Public Relations Manager, Universität zu Köln –

Auf Peter bin ich durch Zufall über seinen Podcast Botenstoff, der Biologie-Berufe-Podcast, aufmerksam geworden. Wer diesen Podcast noch nicht kennt, empfehlen wir wärmstens, einmal reinzuhören.
Peter arbeitet seit drei Jahren als Public Relations Officer an der Universität zu Köln für den Exzellenzcluster CECAD. Er steuert die Öffentlichkeitsarbeit, organisiert Veranstaltungen, schreibt Pressemitteilungen und pflegt die Webseite. 

Peter hat eine sogenannte Matrixstelle, mit der er bei der zentralen Pressestelle der Universität angestellt ist, seine Arbeit jedoch an dem Forschungsinstitut für alternsassoziierte Erkrankungen wie z. B. Krebs, Diabetes oder Alzheimer verrichtet.

In der Einheit Presse & Marketing arbeiten ca. 30 Personen inklusive Eventorganisation und Grafikdesign. Am Exzellenzcluster in der Verwaltung sind neun Personen für das gesamte Management des Clusters verantwortlich. Im Cluster ist eine weitere Person, die mit einer halben Stelle Marketing macht, ansonsten arbeitet Peter eigenständig. Durch seine Anbindung an die Kommunikationsabteilung der Universität Köln kann Peter auf die Expertise der Kolleginnen und Kollegen zurückgreifen. Zum Beispiel bei der Erstellung von Videos.

Personengruppen, mit denen Peter zu tun hat sind natürlich Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und die Kolleg*innen aus der Pressestelle. Weitere sind andere aus der Universitätsverwaltung z. B. für Absprachen zum Bund-Länderfinanzierten Cluster.

Viele Menschen erkranken im Alter an Diabetes. Man spricht in diesem Fall von einer alternsassoziierten Erkrankung. Neben Diabetes fallen auch Alzheimer und Krebs darunter, die zusammen in einem Exzellenzcluster an der Universität zu Köln beforscht werden.

Peter schätzt die Vielfalt an Themen, die ihm sein Job bereit hält. Die Fokussierung auf ein Thema war für ihn auch einer der Gründe, weshalb er sich gegen die Wissenschaft und für Öffentlichkeitsarbeit als Berufsfeld entschieden hat. Was ihn daran anspricht führt Peter wie folgt aus: „Das ich nicht Experte für Protein XY bin, sondern ein bisschen mehr das große Ganze im Blick habe. Also, neben den schwierigen Arbeitsbedingungen, die ansonsten die wissenschaftliche Karriere mit sich bringen würde.“ Manchmal erwischt er sich dennoch bei dem Gedanken dabei, doch noch mal am Mikroskop sitzen oder eine PCR ansetzen zu wollen. Dann muss er sich aktiv wieder ins Gedächtnis rufen, wie frustrierend es sein kann, wenn Experimente nicht funktionieren.

Inhaltlich geht es für Peter immer um die Alternsforschung aus molekularbiologischer Sicht. An dieser Stelle wünscht er sich manchmal mehr inhaltliche Abwechslung. Von der inhaltlichen Bandbreite findet er daher eine Stelle in der zentralen Pressestelle attraktiver. Allerdings vermutet er, dass er dort nicht so viele Freiheit hätte, wie bei seiner jetzigen Stelle. In der Pressestelle hätte er z.B. kein eigenes Budget, über das er verfügen könnte. So hat alles sein Für und Wider. 

Peters Arbeit gestaltet sich aus einer Mischung zwischen selbstständigem Arbeiten und auf andere zurückgreifen, um Informationen zu erhalten oder Sachen zu organisieren. Also, Leute, die Forschung an sich betreiben, von denen er seine Infos kriegen kann. „Ganz auf mich alleine gestellt wird das auch so nicht funktionieren.“ Seine Kommunikation läuft hauptsächlich über E-Mail und Telefon ab, wenn es geht auch bei persönlichen Treffen. Mit der zentralen Pressestelle trifft er sich einmal wöchentlich zur gemeinsamen Sitzung. 

Peter ist der Meinung, dass sich seine Stelle gut als Einstiegsposition eignet: „In der Stellenausschreibung wurde auch klar ein biologischer Hintergrund und kommunikative Fertigkeiten gefordert, jedoch keine fünf Jahre Arbeitserfahrung in der Wissenschaftskommunikation. Auch die weiteren Matrixstellen an der Universität Köln sind überwiegend mit Berufseinsteiger*innen besetzt.

Die Stelle von Peter war regulär ausgeschrieben. Jedoch hatte ihn sein damaliger Vorgesetzter empfohlen, da bereits klar war, dass er Peter keine langfristige Perspektive bieten konnte.


KERNGESCHÄFT

Peter betreibt zusammen mit einer Kollegin die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Exzellenzclusters. Er ist erster Ansprechpartner für Journalistinnen und Journalisten und pflegt die beiden Social-Media-Kanäle Facebook und Twitter, die sie bespielen. Aufgabenbereiche, für die der Public Relations Officer noch verantwortlich ist, sind unter anderem die Pflege der Webseite, Pressemitteilungen, Veranstaltungen und die Kommunikation mit weiteren Zielgruppen zum Beispiel bei Führungen. Im Einzelnen bedeutet das folgendes: 

Pflege der Webseite

Die Pflege der Internetpräsenz des Clusters steht häufig auf der Tagesordnung. Peter spielt Updates ein oder generiert neue Informationen, die online gestellt werden können. „Wir haben diverse Videos gemacht und haben da z. B. für Neujahr ein Video, in dem wir durchs Haus gezogen sind und Leute in ihrer Muttersprache Neujahrsgrüße haben sprechen lassen, um den internationalen Charakter und die Vielfalt darzustellen. Das hat Spaß gemacht. Wir haben auch ein 360°-Video bei uns im Labor gedreht. Mit dem Video konnten wir Einblicke ins Labor geben. Da haben wir einen Forscher gefragt, ob er nicht ein bisschen über Alternsforschung im Labor sprechen kann und das ist auch ganz cool geworden. Für so ein 360°-Video benötigt man eine Kamera, die 8 Linsen hat und rundherum aufnimmt. Damit kann man sich dann quasi wirklich im Labor umschauen. Und wenn Besuch kommt, dann kann man dem

Ein weiterer Punkt ist die schwierige Kommunikation über Tierversuche. Peter hofft, dass irgendwann mehr Offenheit besteht, darüber zu sprechen, weil er es für sehr nötig hält, darüber zu sprechen. Und zu erklären, weshalb Tierversuche notwendig sind in der Grundlagenforschung.

Erstellen von Pressemitteilungen

Pressemitteilungen verfasst Peter zusammen mit dem Erscheinen von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Zur Frequenz führt Peter aus: „Mal kommen drei interessante Veröffentlichungen hintereinander und dann passiert einen Monat lang nichts. Das ist aber ein regelmäßig wiederkehrendes Ding.
Der Ablauf folgt immer dem gleichen Schema, so Peter: „Die Forschenden melden sich bei mir, wenn sie ein interessantes Thema haben, z. B. eine anstehende Veröffentlichung. Dann treffen wir uns für ein ca. 30- 45-minütiges Gespräch. Ich lasse mir erklären, was genau gemacht wurde, stelle Fragen und transkribiere das Gespräch, wofür etwa ein halber Arbeitstag draufgeht. Ich finde das aber hilfreich, weil ich mir während des Transkribierens schon Gedanken machen und ordnen kann, was wichtig ist von dem Gesagten und was nicht. Es reicht mir nicht, nur ein paar Informationen aus dem Interview aufzuschreiben. Da habe ich das Gefühl, dass zu viel verloren geht oder ich doch einen wichtigen Aspekt verpasst habe. Es gelingt den Wissenschaftler*innen auch nicht immer, sich direkt verständlich auszudrücken, teilweise auch auf Nachfrage nicht. Daher ist mir lieber, ich transkribiere das und habe das am Ende als Text vorliegen und kann das dann ordnen. Ich mache dann einen Text daraus, den ich anschließend an die Leute schicke, damit die drüber gucken. Der Text kommt mit mehr oder weniger Änderungen wieder zurück. Bei den Forschenden, die vorher schon gut erklärt haben, gibt es vielleicht nicht so viele Änderungen. Die haben ein paar Wünsche, die kann ich einbauen, und dann läuft das. Andere schmeißen das Ding komplett um und wollen auch die dritte Gamma-Untereinheit noch erwähnt wissen. Bei Pressemitteilungen geht es aber nicht um Details – Es geht ums große Ganze“. 

Über die internen Abstimmungsprozesse sagt Peter: „Es ist unterschiedlich: Manchmal gebe ich den Text zuerst zurück an die Forschenden, manchmal zuerst an die Pressestelle. Je nachdem, was ich erwarte, wer wohl mehr Änderungswünsche haben wird. Das ist wechselhaft. Dann kommen da noch mal Änderungswünsche und im besten Fall läuft es dann. Oder ich muss dann noch mal die Wünsche, die die Pressestelle hat mit den Forschenden abstimmen. Dann kann es auch mal etwas schwierig werden. Aber irgendwie klappt es meistens. Dann brauchen wir noch Bildmaterial für die Veröffentlichung. Im Idealfall haben die Forschenden schon irgendetwas parat. Oder ich mache noch mal ein Foto oder wir erstellen eine Abbildung oder irgendwie so etwas. Und dann wird es über die Pressestelle verschickt und online gestellt. Der gesamte Erstellungsprozess erstreckt sich ca. über eine Woche.“

Forschung aus den Laboren in die Welt kommunizieren: Hierbei ist eine ganz besondere Art der Ansprache notwendig. Dafür sind Personen wie Peter hilfreich, die Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mitbringen.

Eventmanagement

Übers Jahr gerechnet organisiert Peter etwa alle zwei Monate eine Veranstaltung. Letztes Jahr im Mai war ein Zeitraum, in dem innerhalb von zwei Wochen acht Veranstaltungen stattgefunden haben. „Das war sehr geballt“, gibt die Teilzeitkraft zu und relativiert gleich wieder: „Dafür gibt es aber auch Monate, in denen eher wenig los ist. Im Sommerloch zum Beispiel, wo sich andere Leute im Urlaub befinden.“ Peter organisiert viele verschiedene Veranstaltungsformate, wie den Tag der offenen Tür, Girls & Boys Day, Pint of Science oder Ausstellungen.

Zum Tag der offenen Tür, die er zum ersten Mal zusammen mit dem MPI organisiert hat, teilt Peter mit: „Das ist einerseits eine coole Veranstaltung, andererseits aber auch unfassbar viel Arbeit.“ Der Tag der offenen Tür bestand aus einem Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Vorträgen, Experimenten zum Mitmachen und Führungen. Eine Herausforderung und Erkenntnis in der Organisation des Events, die Peter festgestellt hat war: „Bei der Rekrutierung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für die Veranstaltung war die Reaktion von einigen mit viel Schulterklopfen: ‚Ja, supertolle Idee, aber ich kann leider nicht mitmachen.‘ Andere waren direkt engagiert bei der Sache. Ich finde, man merkt schon einen Unterschied zwischen den Generationen. Also, die jungen Leute, die vielleicht noch nicht ihre auf ewig gesicherte Position haben, haben schon ein anderes Verständnis für Kommunikation als die älteren.“

Offen gibt er zu: „Wir sind da relativ unbedarft drangegangen und waren dann zum Teil doch sehr überrascht, wer denn da plötzliche Dinge von uns wissen will. Sei es die Feuerwehr der Uniklinik, die wissen will, wie viele Leute auf welcher Fläche sein werden. Sei es die Bezirksregierung, die sicher gehen möchte, dass keine Personen verbotenerweise Sicherheitsbereiche betreten, also S1- oder S2-Labore. Da haben wir viel ‚unterwegs‘ gelernt. Wir haben das mit – im Nachhinein betrachtet – erschreckend wenig, nämlich mit drei Monaten Vorlauf geplant. Ich habe mir von anderen sagen lassen, dass sie das mit einem Vorlauf von einem Jahr planen.“ Auf meine Frage, ob er das beim nächsten Mal anders machen würde, antwortet Peter: „Im Nachhinein würde ich es auf jeden Fall mit mehr als drei Monaten Vorlauf planen, da man dann auf unangenehme Fragen der Feuerwehr deutlich besser reagieren kann. Ich glaube, so ein halbes Jahr bis Jahr für so ein Event ist schon ein ganz guter Zeitrahmen.

Über das, was Peter unter anderen in der Vorbereitung bedenken und Erledigungen musste, berichtet Peter: „Wir mussten viel organisieren, zum einen Führungen in dem Institut, aber auch Experimente zum Selbermachen. Wir haben uns Gedanken gemacht, welche Leute man da einladen sollte als Lokalprominenz, z. B. lokale Abgeordnete. Aber auch, wie wir die Veranstaltung bewerben, auch in der Nachbarschaft. Dafür haben wir extra Flyer gedruckt: Wussten Sie eigentlich, dass Spitzenforschung in ihrer Nachbarschaft stattfindet?“ Das war sehr abwechslungsreich und sehr lehrreich, was wir da gemacht haben. Ich weiß noch, wie ich an dem Abend völlig ermattet und platt zu Hause war.

Peter hat auch die Veranstaltung Pint of Science organisiert. Dabei informieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Forschung in Kneipen. „Das Ziel dabei ist, dass man damit auch mal andere Leute erreicht. Die, die nicht immer nur ans Institut kommen. Man geht dahin, wo die Leute sind,“ erklärt Peter den Hintergrund der Veranstaltung. 

Neben diesen Veranstaltungen hat Peter auch eine Ausstellungseröffnung mit Mikroskopiebildern von Zellen und Organismen geplant und Besucherführungen organisiert. Manchmal stehen auch Politikerinnen und Politikern auf seinem Programm. Das können Lokalpolitiker oder auch Spitzenpolitikerinnen sein: „2017 war die damalige Bundesbildungsministerin Wanka in Köln und hat sich das MPI und unser Institut angeschaut. Das war auch so eine absolut unregelmäßige Sache, aber total interessant, das mal mitzubekommen, wie das abläuft. Dann muss zum Beispiel so ein Sicherheitskonzept mit dem LKA oder BKA abgestimmt werden.“ 

Vernetzung

Zur Vernetzung gibt es im Bereich Köln eine Menge Angebote für Peter, da es viel Life-Science Forschung im Rheinland, Köln, Bonn, Aachen gibt. Laut dem PR Officer gibt es zum einen die Kölner Wissenschaftsrunde: „Da sind mittlerweile über 20 Institutionen beteiligt, also die Uni, die Klinik, diverse Max-Planck-Institute, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Im Prinzip alle aus dem Umfeld Universität, Fachhochschule, Technische Hochschule. Alle, die irgendwie mit Bildung und Forschung zu tun haben. Die Runde trifft sich unregelmäßig alle zwei Monate und organisiert auch Veranstaltungen wie ‚Wissenschaft in Kölner Häusern‘. Das ist so ein bisschen wie Pint of Science. Da sehe ich auch zu, dass Leute von uns vertreten sind. Es gab 2019 auch eine Wissenschaftsshow, wo acht der beteiligten Institute durch Beiträge beteiligt waren – auch einer unserer Wissenschaftler war dabei.

Weiter gibt es noch das ‚Forum Wissenschaftskommunikation‘, wo das Branchentreffen der Wissenschaftskommunikationsszene stattfindet. Bei der „Wissenswerte“ liegt der Schwerpunkt stärker auf Wissenschaftsjournalismus. „Das ist ein interessanter Anlaufpunkt, um journalistische Kontakte zu knüpfen und zu festigen,“ findet Peter. 

Verwaltung

Auch Verwaltungsaspekte gehören zur Arbeit eines Public Relations Officer. Peter übernimmt zum Beispiel die Budgetplanung und -management: „Ich muss auch eine Planung für’s Jahr machen und sagen, welche Sachen ich gerne machen möchte. Und dann wird das Budget genehmigt oder gekürzt.

Sonstige Tätigkeiten

Seine Arbeit im Bereich Kommunikation beschert Peter auch Aufgaben, die eigentlich nichts mit seinem eigentlichen Aufgabenfeld zu tun haben. „Da heißt es dann ‚Ja du machst doch Kommunikation, dann organisiere doch mal unser internes Sommerfest‘“, erzählt Peter aus dem Nähkästchen. Auch als die Universität zu Köln einmal im Rahmen der Exzellenzstrategie begutachtet wurde, hat Peter dafür eine Postersession organisiert. Er musste sich dann z. B. mit dem am gleichen Standort befindlichen Physik-Exzellenzcluster abstimmen und die Poster dafür liefern. 

Ein weiterer Punkt ist die schwierige Kommunikation über Tierversuche. Peter hofft, dass irgendwann mehr Offenheit besteht, darüber zu sprechen, weil er es für sehr nötig hält, darüber zu sprechen. Und zu erklären, weshalb Tierversuche notwendig sind in der Grundlagenforschung.

FACHLICHE KOMPETENZEN

Für das Verständnis der Wissenschaft ist Peters biologischer Hintergrund Gold wert, da in dem Cluster, in dem er arbeitet sehr viel biomedizinische Forschung betrieben wird. Dies kann er im Umgang mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gezielt einsetzen. 

SCHLÜSSELKOMPETENZEN

Hinter Kommunikation versteckt sich, schreiben, mit den Leuten umgehen, sich auf verschiedene Menschen einstellen und einen Perspektivwechsel einnehmen zu können. Man sollte auf jeden Fall die Fähigkeit besitzen, zwischen der Sprache der Wissenschaft und der Sprache der Öffentlichkeit zu übersetzen,“ sagt Peter über nötige überfachliche Kompetenzen. Englisch ist dabei für Peter die Arbeitssprache: „Die Sprache der Wissenschaft ist ja Englisch.“

Außerdem gibt Peter für Interessierte zu Bedenken: „Man sollte auch ein dickes Fell besitzen und die Kompetenz besitzen, Dinge nicht zu persönlich zu nehmen. Weil, nicht jede Person aus der Forschung hat Verständnis für Kommunikation oder Bock darauf. Auch sollte man in stressigen Situationen den Überblick bewahren können.

WORK-LIFE-BALANCE

Peter arbeitet in Teilzeit vier Tage die Woche mit 75 % der Wochenarbeitszeit. Überstunden fallen bei Peter immer wieder an. Aufgrund seiner Teilzeitarbeit entstehen diese auch schneller mal. Die Überstunden kann er aber in der nahen Zukunft wieder abbauen. Zu seiner Teilzeitstelle sagt Peter folgendes: „Möglich wäre auch, die Stelle noch weiter zu kürzen, jedoch stellt sich dann die Frage, was mit der anfallenden Arbeit passieren würde. Ob dann einfach weniger Events organisiert werden würden oder jemand mit dem restlichen Stellenvolumen eingestellt würde und man sich die Stelle teilt.

Es gibt Kernarbeitszeiten, aber überwiegend Gleitzeit an der Universität zu Köln. Immer wieder gibt es auch Abendveranstaltungen, die Peter regulär als Arbeitszeit erfasst. Ihm kommt dabei sehr entgegen, dass er nicht jeden Morgen pünktlich um 8:00 Uhr anfangen und um16 Uhr gehen muss. Die sich dadurch ergebene Flexibilität findet er gut.
Durch die Gleitzeit ist die Hochschule als Arbeitgeberin auch einigermaßen familienfreundlich. Auch besteht für Peter die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Die Universität Köln hat zwei Kitas, die auch bevorzugt Plätze an Universitätspersonal werden. Allerdings reichen, laut Peters Aussage die Plätze bei weitem nicht aus. In Peters Institut gibt es zudem ein Eltern-Kind-Zimmer. Darin ist ein Arbeitsplatz eingerichtet, in dem ein Kinderbett und eine Wickelmöglicheit bereitgestellt ist. 

GEHALT

Peter wird gemäß des Tarifvertrags der Länder, Entgeltgruppe 13 (LINK zum TVL) vergütet. Damit gehört Peter ihm zufolge schon zu den Besserverdienenden im PR-Bereich: „Das Gehalt fängt trotz abgeschlossenem Studium und gewünschten Berufserfahrungen bei Entgeltgruppe 9 an. Häufig sieht man auch E11. Aber die meisten Leute, die er kennt sind mit E13 angestellt.“ Solange sich sein Arbeitspensum und die Überstunden im Rahmen halten,  empfindet er das auch für angemessen. 

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NÄCHSTE KARRIERESCHRITTE

Als nächste Schritte könnte sich Peter vorstellen, in einem größeren Institut zu arbeiten, wo er nicht mehr alleine für die Pressearbeit zuständig ist, sondern eingebunden in einem Team agieren würde. Ein logischer nächster Schritt wäre seiner Meinung nach auch die Teamleitung eines Presseteams an einem größeren Institut.

VORERFAHRUNGEN

Bevor Peter seine jetzige Stelle angetreten hat, hat er bereits auf verschiedene Art und Weise berufliche Vorerfahrung im journalistischen Bereich gesammelt. Begonnen hat er damit während seines Biologiestudiums. Währenddessen hat er als freier Journalist für die lokale Tageszeitung Rheinpfalz und die Zeitschrift des Verbands Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland (VBio)Biologie unserer Zeit“ geschrieben. Auch hat er als Hospitant beim SWR Fernsehen gearbeitet. Durch diese Tätigkeiten hat er sein breites Interesse und Fertigkeiten an verschiedenen Fächern und Disziplinen –  auch über die Biologie hinaus – gezeigt.

Genau diese Erfahrungen konnte Peter nach seinem Studium in einer jungen Agentur für Wissenschaftskommunikation in Köln einbringen. Erfahren hat er von dieser Stelle durch einen Freund und dann einfach angefragt, ob die Agentur jemanden bräuchten. Peter erinnert sich: “Angefangen habe ich in der Agentur als freier Mitarbeiter und dann als Minijobber weitergemacht. Ich lebte da schon in einer prekären Lebenssituation. Irgendwann habe ich dann eine 75 %-Stelle in Köln gefunden anfangs noch mit 25 % der regulären Wochenarbeitszeit weiter in Agentur gearbeitet.“

EMPFEHLUNGEN

Peter schätzt, dass der Einstieg in die Wissenschaftskommunikation entweder darüber gelingt, dass man einen Doktortitel oder dass man Erfahrungen in der Kommunikation mitbringt: „Wenn man jetzt nur den Master in Biologie hat, ohne Kommunikationserfahrungen zu haben, wird es, glaube ich, schwierig.“ Aus seiner Erfahrung heraus empfiehlt Peter zur Erlangung der entsprechenden Kompetenzen, dass man an der Uni z. B. Nach Kursen in der Richtung zu schauen: „Bei mit an der Uni gab es einen Kurs ‚Wissenschaftsjournalismus‘ und einen Workshop ‚Journalismus‘. Die habe ich besucht und fand sie auch hilfreich.“ 

Ein weitere Idee des Wissenschaftskommunikators ist folgende: „Wenn man in die Kommunikationsrichtung gehen will, dann wäre eine Möglichkeit, wenigstens einen Twitter-Account anzufangen oder einen Blog aufzusetzen. Damit sammelt man auch Erfahrungen im Webdesign. Was auch immer geht, ist an dem Institut, in dem man arbeitet zu schauen, wer dort für die Kommunikation zuständig ist und anzubieten, dass man einen Artikel über die eigene Forschung schreibt. Da kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass da jede Kommunikationsstelle total offen und happy ist, wenn andere Leute liefern. Und solange man da eine Sache vorweisen kann, hebt man sich von 90 % der Leute ab, die eben nix in der Arbeit vorweisen können.

Last but not least empfiehlt Peter noch Kurse zum Webdesign in WordPress oder TYPO3 zu belegen: „Mit denen kann man sich relativ leicht von anderen abheben. Es wird immer verlangt, dass man ein bisschen Webdesign kann.“ 

Auch kann Peter kann z. B. die Akademie der Bayrischen Presse mit Sitz in München empfehlen: „Für wenige 100 € gibt es da mehrere Kurse zum Thema Pressearbeit und Wissenschaftskommunikation.

RAT AN MEIN STUDIERENDES ICH

Schau dich um und erweitere deinen Horizont. Mache ruhig auch ein paar Sachen, die nicht primär mit deinem Studium zu tun haben. Also: Sammel’ Fähigkeiten, die im ganz anderen Bereich liegen können. Auch aus der Arbeit im Café oder sonst wo kann man eine Menge für Kommunikation und Gefühl für Menschen mitnehmen. Und: Gib nicht auf!“

BISHERIGER WERDEGANG

LESEEMPFEHLUNG

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Das Interview wurde im Juli 2019 geführt.